Neue Methode zur Identifikation sozial-ökologischer Risiken im Test
Am 30. März 2026 haben wir in Lausanne erstmals unsere neu entwickelte Methode zur Identifikation sozial-ökologischer Risiken erprobt. Rund ein Dutzend Fachleute aus Forschung, Zivilgesellschaft und öffentlicher Hand testeten gemeinsam mit uns Teile des 10-Schritte-Verfahrens.

In den Schweizer Umweltpolitiken spielt die soziale Gerechtigkeit bisher nur selten eine Rolle. Diskussionen beschränken sich oft auf die Frage der Sozialverträglichkeit von Massnahmen, ohne systematisch zu erfassen, wen sie konkret treffen und wie.
Genau an dieser Stelle setzt unsere Methode an: Sie identifiziert und bewertet zwei Kategorien von Risiken – Risiken des Umweltrisiken (z. B. Klimarisiken wie Hitzewellen oder Starkregen) und Risiken der Transformation selbst (etwa die sozio-ökonomischen Folgen eines Verbots des Verbrennermotors oder einer Steuer auf Flugtickets).
Fallbeispiel Mobilität
Am Fallbeispiel Mobilität arbeiteten die Teilnehmenden daran, welche Bevölkerungsgruppen von diesen Risiken besonders betroffen sind: z. B. Lieferant:innen und Pflegepersonen ohne Homeoffice-Option, Bewohner:innen ländlicher Regionen mit Abhängigkeit vom Privatauto, Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Ergebnisse wurden in strukturierten Tabellen nach Exposition und Vulnerabilität erfasst.
Die Rückmeldungen aus dem Workshop zeigen: Der Ansatz ist vielversprechend – und methodisch anspruchsvoll. Die Teilnehmenden empfehlen, die Analyse von den konkreten Folgen her zu denken, statt nach Personengruppen zu kategorisieren, und Exposition und Vulnerabilität klar zu trennen. Diese Erkenntnisse fliessen direkt in die Weiterentwicklung der Methode ein.
Hintergrund
Der Workshop ist Teil unseres Pionierprojekts «Just Transition – gerechter Strukturwandel Schweiz» (2024–2027), finanziert von der Stiftung Mercator Schweiz. Nachdem wir 2025 mit einer Wissenstransfernotiz das «Warum» und «Was» von Just Transition im Schweizer Kontext beantwortet haben, widmen wir uns nun dem «Wie». In einem Parallelprojekt – gefördert von der Fondation Hans Wilsdorf (2026–2029) – entwickeln wir darauf aufbauend eine umfassende Toolbox für eine gerechte Umweltpolitik in der Schweiz.