Die Herausforderung

Das Schweizer Ernährungssystem steht unter Druck. Neue Umweltpolitiken – z.B. PFAS-Grenzwerte oder Debatten zur Fleischproduktion – verändern die Bedingungen für Lebensmittelproduktion und -verarbeitung. Gleichzeitig verschärfen Klimafolgen wie Dürren, Überschwemmungen und Hitze die Lage. Dieser Wandel trifft eine Bevölkerungsgruppe besonders hart: die Beschäftigten des Ernährungssystems.

Sie sind die tragenden Säulen unserer Lebensmittelversorgung: Landwirt:innen und ihre Angestellte, Beschäftigte in Lebensmittelverarbeitung und Logistik, Restaurantmitarbeitende und viele mehr. Viele Beschäftigte sehen sich mit vergleichsweise niedrigen Einkommen und anspruchsvollen Arbeitsbedingungen konfrontiert. Neben den bestehenden (wirtschaftlichen) Herausforderungen müssen die Akteur:innen auch die Transformation des Ernährungssystems bewältigen.

Die Transformation des Ernährungssystems bringt Anpassungsbedarf mit sich, der für viele Betriebe wirtschaftlich anspruchsvoll ist und auch die Ernährungssouveränität der Schweiz betrifft. Dabei ist längst klar: Eine sozial-ökologische Transformationen gelingen nur dann, wenn die Menschen, die betroffen sind, beteiligt werden – kurz «Just Transition». In der Schweiz fehlt dieser Blickwinkel in Nachhaltigkeitsstrategien und Politiken noch weitgehend. Auch Instrumente und Massnahmen für die Umsetzung gibt es bisher nicht.

Die Lösung

Mit unserem Pionierprojekt setzen wir genau dort an: beim Aufbau von Anpassungsfähigkeit («adaptive capacities») für die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe, den Beschäftigen des Ernährungssystems.  Gemeinsam mit den Betroffenen entwickeln wir mit dem Projekt «Ernährungswende gerecht gestalten – mit denen, die uns nähren» eine praxisnahe Methode, die Beschäftigte des Ernährungssystems befähigt, den Wandel der Ernährungssysteme aktiv zu gestalten, statt passiv zu erleiden.

Unser Ansatz dabei ist nicht nur partizipativ, sondern auch iterativ: Wir hören zu, entwickeln gemeinsam, lernen aus jeder Erfahrung, integrieren und spiegeln all das an verschiedenen Stellen mit Expert:innen. Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen:

  • Phase 1 – Analyse und Fallauswahl: Wir identifizieren stark gefährdete Beschäftigte des Ernährungssystems in der Schweiz als auch die Risiken, denen sie ausgesetzt sind. In Workshops mit Fachpersonen und Interessenvertretungen aus u.a. Landwirtschaft, Gewerkschaften und sozialer Arbeit bestimmen wir drei konkrete Fälle. Ein Steuerungskomitee mit 3–5 Partnerorganisationen begleitet das Projekt von Anfang an.
  • Phase 2 – Methodenentwicklung und Wissenstransfer: Gemeinsam mit den Betroffenen entwickeln und testen wir eine partizipative Workshop-Methode, die Anpassungsfähigkeit stärkt. Diese Methode wird dokumentiert und so aufbereitet, dass Multiplikator:innen sie eigenständig anwenden können. Abschliessend verbreiten wir die Erkenntnisse in einem Policy-Dialog und einem Train-the-Trainer-Event.

    Was wir tun

    Analyse

    Erstellen einer Übersicht der Beschäftigten des Ernährungssystem in der Schweiz, um vulnerable Bevölkerungsgruppen entlang der Wertschöpfungskette identifizieren zu können.

    Dialog

    mehrere Workshops mit Expert:innen & Beteiligten zur Ermittlung der Risiken, denen die Beschäftigten des Ernährungssystems ausgesetzt sind.

    Dialog

    Ernennung eines Lenkungsausschusses, der unserer Arbeit begleitet und reflektiert.

    Wissenstransfer

    Erstellen eines Dokuments mit den wichtigsten Ergebnissen, aufbereitet für Multiplikator:innen.

    Massnahmen & Instrumente

    Entwicklung einer Methode zur Stärkung der Anpassungsfähigkeit (Prototyp einer partizipativen Workshop-Methodik).

    Dialog

    Organisation eines Train-the-Trainer-Event zur Verbreitung der Erkenntnisse.

    Advocacy

    Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Beschäftigte des Ernährungssystems in der Schweiz und deren Verbreitung.

    Just Transition ist ein transformativer Prozess hin zu einem menschenwürdigen Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen, geleitet durch Gerechtigkeitsprinzipien. Dieser Prozess zielt darauf ab, Umwelt- und Transformationsrisiken so weit wie möglich zu identifizieren, zu bewerten und zu reduzieren und stellt soziale und partizipative Rechte ins Zentrum von Umweltpolitiken.

    Was wir erreichen wollen

    Dialog

    Kontakte zu Betroffenen sind etabliert und drei Fallbeispiele definiert.

    Wissenstransfer

    Die entwickelte Methodik ist bei der Zielgruppe bekannt.

    Advocacy

    Bewusstsein für die sozialen Risiken in Transformationsprozessen des Ernährungssystems bei Akteur:innen im Policy-relevanten Entscheidungs- und Einflussfeld schaffen.

    Wirkung

    Beschäftigte, die die Methodik mitentwickelt haben, haben ihre Anpassungsfähigkeit gestärkt.

    Das sagen unsere Partner:innen

    « Mit ihrer Pionierarbeit zu Just Transition schliesst Durabilitas eine entscheidende Lücke für die Transformation hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem in der Schweiz. »

    Jessica Altenburger, Seedling Foundation

    Zahlen & Fakten zum Projekt:

    Aktivität
    Analyse, Pilotprojekte, Wissenstransfer, Dialog, Advocacy
    Zeitraum
    2026 – 2029
    Umsetzungspartner
    In Definition
    Finanzierungspartner
    Seedling Foundation
    Sie interessieren sich für unsere Arbeit?

    Wir geben Ihnen gerne Auskunft und freuen uns über eine Zusammenarbeit. Sie können uns auch mit einer Online-Spende unterstützen.