Just Transition: Was können Stiftungen in der Schweiz bewirken?
Am diesjährigen Schweizer Stiftungssymposium von SwissFoundations haben wir die Session «Just Transition in Action» mitorganisiert. Partner waren die Environment & Sustainability Working Group von SwissFoundations, die Stiftung Mercator Schweiz und das Geneva Centre for Philanthropy der Universität Genf. Unser Experte Nils Moussu führte in das Konzept und seine Relevanz für die Schweiz ein. Anne Monier vom Geneva Centre for Philanthropy ging auf die Rolle von Stiftungen ein. Anschliessend diskutierten vier Stiftungen im Panel, warum Just Transition für die Schweiz wichtig ist und wie Philanthropie sie unterstützen kann.

Wenn die Sanierung zur Kündigung führt
Nils Moussu veranschaulichte den Ansatz am Beispiel der energetischen Gebäudesanierung. Sanierungen senken den CO₂-Ausstoss von Gebäuden. Gleichzeitig verlieren in Zürich und Genf Hunderte Mieter:innen ihre Wohnung. Blendet Klimapolitik soziale Folgen aus, verstärken sich Ungleichheiten, und die Massnahmen stossen auf Widerstand. Ein Just-Transition-Ansatz fragt deshalb nicht, was «wir» tun müssen, sondern wer konkret betroffen ist:
- Wer bezahlt die Sanierung?
- Werden die Mieter:innen rechtzeitig informiert und einbezogen?
- Bleibt die Wohnung nach der Sanierung bezahlbar, und wie lässt sich das sicherstellen?
Was Stiftungen konkret tun können
Für Anne Monier steht fest: Jede Stiftung kann zu einer Just Transition beitragen. Dazu gehört, zu testen und zu lernen, auf mehreren Ebenen zu arbeiten und sich mit anderen abzustimmen. Wie das in der Praxis aussieht, diskutierten Jessica Altenburger (Seedling Foundation), Nicolas Krausz (Fondation Leenaards), Claudia Neubauer (Fondation Charles Léopold Mayer) und Joséphine von Mitschke-Collande (Stiftung Mercator Schweiz). Moderiert hat unsere Co-Geschäftsleiterin Johanna Huber.
Drei Voraussetzungen für eine Just Transition
Für die Panelist:innen:
- Müssen ökologische und soziale Fragen werden zusammen gedacht, statt in getrennten Förderprogrammen.
- Sollen die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen mitentscheiden, und ihre Anliegen müssen im Zentrum der Diskussion stehen.
- Braucht es vor allem Mut, mit ganz unterschiedlichen Akteur:innen zusammenzuarbeiten: mit anderen Stiftungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der öffentlichen Hand, Berufsverbänden und Gewerkschaften.
Vom Konzept zu Instrumenten für die Schweiz
Seit 2024 übertragen wir das Konzept «Just Transition» auf den Schweizer Kontext. Unser Ziel ist, soziale Risiken von Umweltpolitik und Klimawandel zu erkennen, zu bewerten und zu verringern. Aktuell entwickeln wir eine Toolbox mit Massnahmen für Behörden. Im Rahmen des Projekts „Just Food System“ analysieren wir derzeit, welche Beschäftigte im Lebensmittelsektor am stärksten von der Transformation des Ernährungssystems betroffen sind.
Sie möchten als Stiftung mitwirken? Dann kontaktieren Sie unseren Programmverantwortlichen Just Transition, Nils Moussu.