Hitze trifft nicht alle gleich: unsere Methode im Praxistest
Wer ist bei Hitze besonders gefährdet, und welche Massnahmen schützen gerade diese Menschen? Am 7. Oktober 2026 haben Studierende der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) unsere Methode zur Identifikation von Risiken angewendet. Unsere Co-Geschäftsleiterin Johanna Huber leitete das Seminar.

In vier Schritten vom Risiko zur Massnahme
Fachpersonen der Sozialen Arbeit kennen die Lebenslagen besonders betroffener Menschen. Ihr Wissen ist zentral, um Risiken realistisch einzuschätzen. Die Studierenden wendeten unsere Methode auf zwei Praxisfelder an: den Sozialdienst und die aufsuchende Soziale Arbeit. Sie gingen in drei Schritten vor:
- Exposition: In welchen Situationen schadet Hitze?
- Vulnerabilität: Was macht Menschen empfindlicher, und über welche Ressourcen verfügen sie, um sich zu schützen?
- Gerechte Massnahme: Wie kann das Klimarisiko gerecht gemindert werden? Wer profitiert? Wer wird mitgedacht? Wer entscheidet mit?
Auch Fachpersonen sind gefährdet
Die Übung fragt ausdrücklich nach Klient:innen und nach Fachpersonen. So identifizierte die Gruppe unter anderem:
- Eine schwangere Sozialarbeiterin, die bei Hitze mit dem Velo von Einsatz zu Einsatz fährt,
- Ein obdachloser Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden, der der Hitze kaum ausweichen kann.
- Ein Familienvater, der den ganzen Tag mit kleinen Kindern in einer schlecht isolierter Wohnung verbringt.
Als gerechte Massnahme schlugen die Studierenden bspw. klimatisierte Gemeinschaftsräume in den Quartieren vor. Ein konkretes Angebot vor Ort soll dafür sorgen, dass gerade die gefährdeten Menschen sie auch nutzen.
Was wir aus dem Test mitnehmen
Die Methode hat ihren Zweck erfüllt. Alle Gruppen haben mit konkreten Beispielen aus ihrem
Berufsfeld gearbeitet. Sie haben gefährdete Personen benannt und Lösungsansätze
entwickelt. Herausfordernd waren die vielen Fachbegriffe. Die Studierenden
wünschten sich ein Glossar, das Begriffe wie «Exposition» oder
«Anpassungsfähigkeit» kurz erklärt. Für die nächsten Anwendungen ergänzen wir
die Unterlagen entsprechend.
Eine Methode für die Schweiz
Die Übung ist Teil unseres Projekts «JT in Switzerland». Bis 2027 entwickeln wir darin eine Methode, mit der sich Umwelt- und Transformationsrisiken identifizieren und bewerten lassen. Sie bildet die Grundlage für unser Projekt Ernährungswende gerecht gestalten und für unsere Toolbox mit gerechten Massnahmen für Behörden.