Just Transition – gerechter Strukturwandel Schweiz
Mit diesem Pionierprojekt schaffen wir die Basis für unser Engagement im Bereich «Just Transition». Wir analysieren die Ausgangslage, adaptieren das Konzept für den Schweizer Kontext, mobilisieren Schlüsselakteur:innen, entwickeln Methoden und testen diese in der Praxis.

Die Herausforderung
Fragen der sozialen Gerechtigkeit sind in der schweizerischen Umweltpolitik weitgehend ausgeklammert. Debatten reduzieren sich oft auf Fragen der Sozialverträglichkeit und der internationalen Zusammenarbeit bzw. Entwicklungshilfe ohne soziale Ungleichheiten systematisch anzugehen. Dadurch besteht die Gefahr, dass soziale Ungleichheiten verstärkt und Massnahmen für eine sozial-ökologische Transformation verlangsamt oder sogar blockiert werden. Dabei ist es nicht nur eine ethische Notwendigkeit, niemanden zurückzulassen, sondern in einer halbdirekten Demokratie auch strategisch wichtig.
Unsere Lösung
Um «Just Transition» in der Schweiz auf die Agenda zu bringen sowie die sektorale und lokale Umsetzung zu unterstützen, gehen wir in drei Schritten vor. Im Zentrum stehen dabei die Risiken: Umweltrisiken (die negativen Folgen eines Nichthandelns bei Umweltproblemen, z. B. Klimarisiken) und Transformationsrisiken (die negativen Folgen von Umweltpolitiken).
Die drei Etappen des Projekts:
- vorhandenes Wissen identifizieren, zusammenfassen und transferieren, zum Beispiel anhand von Umsetzungsbeispielen aus Nachbarländern und einer Anpassung an den Schweizer Kontext
- Methoden entwickeln, die helfen, Umwelt- und Transformationsrisiken zu identifizieren, zu evaluieren und zu reduzieren. Ziel ist es, Transformationsprozesse gerechter zu gestalten. Dazu müssen verschiedene Gerechtigkeitsaspekte berücksichtigt werden. Vorschläge und Empfehlungen auf lokaler, nationaler und sektoraler Ebene mit Hilfe von Partner:innen entwickelten Narrativen formulieren. Ein Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus wird energetisch saniert. Das kann für die Mieter viele Nachteile mit sich bringen, wie zum Beispiel eine Mieterhöhung oder sogar eine Zwangsräumung. Diese Situation kann Mieter in prekären finanziellen Verhältnissen und ganz allgemein schutzbedürftige Menschen in grosse Schwierigkeiten bringen. In solchen Situationen kann es helfen, die durch die Sanierungen entstehenden Übergangsrisiken sowie die Gruppen identifizieren zu können, die diesen Risiken besonders ausgesetzt und schutzbedürftig sind, um anschliessend Möglichkeiten zur Risikominderung zu prüfen. Dies nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern beispielsweise auch im Hinblick auf Entscheidungsprozesse und die Beteiligung der Betroffenen.
- die Umsetzung in der Schweiz in verschiedenen Kontexten testen
Am Ende des Projekts stehen den Schweizer Akteurinnen und Akteuren eine Methode zur Umsetzung eines gerechten Strukturwandels in ihrem Bereich zur Verfügung.
Advisory Board

Dr. Martina Bisello
European Environmental Agency
Expertin Sustainability Transition, Gerechtigkeit und Systemwandel

Anabella Rosemberg
Climate Action Network International
Senior Strategist Just Transition und Klimagerechtigkeit

Dr. Aurore Fransolet
Unviversité Libre de Bruxelles and Science
Forscherin und Just Transition Expertin

Dr. Edouard Morena
University of London institute in Paris
Senior Lecturer in französischer und internationaler Politik

Joséphine von Mitschke-Collande
Stiftung Mercator Schweiz
Themenverantwortliche Suffizienz

Lea Trogrlic
Rethinking Economics Zürich
Co-Gründerin

Dr. Marine Benli-Trichet
Zentrum für Demokratie Aarau
Forscherin und Just Transition Expertin

Peppina Beeli
Gewerkschaft UNIA
Leiterin Politik

Dr. Aline Masé
Caritas Schweiz
stv. Bereichsleiterin Grundlagen und Politik
Zahlen & Fakten zum Projekt:
| Finanzierungspartner Mercator Stiftung Schweiz | Aktivitäten Analyse, Wissenstransfer, Pilotprojekte, Dialog, Advocacy |
| Zeitraum 2024-2027 | Umsetzungspartner in Definition |
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