Was jetzt gebraucht wird – unsere Expertin mit dem BodenQI bei der Bodenschutztagung 2026
An der Tagung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) vom 11. Juni in Bern hat unsere Expertin Carole Imhof den Bodenqualitätsindexes (BodenQI) und unsere Empfehlungen vorgestellt. Anhand zweier Schweizer Pilotprojekte konnte sie belegen, dass das Instrument funktioniert. Um besser wirken zu können, braucht es eine schweizweite Bodenkartierung.

Der BodenQI ermöglicht Raumplanenden, Bodenqualität in Abwägungsprozesse einzubeziehen. Zwei von uns begleitete Pilotprojekte zeigen, wie das in der Praxis aussehen kann:
In Chamblioux-Bertigny (FR) enthält das Baulastenheft für den neuen Kantonsspital ein verbindliches Ziel zur Bodenerhaltung – das hat die Bodenversiegelung begrenzt. Die Région Morges (VD) hat frei zugängliche GIS-Tools entwickelt. Mit ihnen lässt sich bereits in der Planungsphase simulieren, welche Bodenfunktionen ein Bauprojekt beeinträchtigen würden.
Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten haben auch gezeigt, wo die Grenze des aktuell Möglichen liegt: Ohne eine schweizweite, einheitliche Bodenkartierung bleibt der Detaillierungsgrad des BodenQIs beschränkt. Unsere Expertin betonte, dass trotz der fehlenden Daten aber schon jetzt konkret gehandelt werden muss und kann, zum Beispiel durch einen konsequenten Schutz vor Bodenversiegelung.
Will die Schweiz über die Pilotphase hinausgehen, braucht es zudem den Blick ins Ausland: Die BodenQI-Systeme aus Deutschland und Österreich zeigen, dass ein solches Instrument sein volles Potenzial nur entfalten kann, wenn es an der Schnittstelle von Politik, Kommunikation und Fachlichkeit verankert ist. Solide wissenschaftliche Grundlagen sind notwendig – aber sie müssen von einer klaren politischen und institutionellen Verankerung sowie von Vermittlungsarbeit gegenüber den betroffenen Akteur:innen begleitet werden, damit das Instrument in der Praxis wirksam werden kann.
Hintergrund
Im Rahmen unseres Projekts «Böden & Raum: Qualität als Grundlage der Planung» (2026–2029, finanziert durch das BAFU) erarbeiten wir Grundlagen, damit Böden in der Raumplanung eine Stimme erhalten. Unsere Empfehlungen für Bund, Kantone und Gemeinden sind seit Frühjahr 2025 auf bodenqualität.ch abrufbar. Die Bodenschutztagung des BAFU brachte kantonale Fachstellen, Forschende und Praktizierende zusammen, um Schlüsselfragen rund um ein nationales Konzept zu Bodenfunktionen zu erarbeiten.