Neues Faktenblatt: Warum sich Versiegelung vermeiden lohnt
Versiegelung ist die grösste Bedrohung für Böden in der Schweiz. Täglich verschwinden rund sieben Fussballfelder Boden unter Beton und Asphalt. Mit einem neuen Faktenblatt zeigen wir Gemeinden und Planenden, welche Kosten das verursacht – und was sie konkret dagegen tun können.

Versiegelte Böden können kein Wasser aufnehmen, kühlen nicht und bieten keinen Lebensraum. Die Folgen sind messbar: Rund zwei Drittel aller Hochwasserschäden entstehen durch Oberflächenabfluss und verursachen Kosten in Millionenhöhe. Begrünte Böden kühlen die Umgebung um bis zu 5 °C und tragen zur Reduktion hitzebedingter Gesundheitskosten bei. Zudem sind unversiegelte Böden Hotspots für die Biodiversität: Fast zwei Drittel aller Arten leben in Böden.
Das Faktenblatt «Versiegelung vermeiden lohnt sich!» macht diese Zusammenhänge greifbar und zeigt, welche Hebel Gemeinden und Planende haben: von der strategischen Verankerung in Richtplänen und Baureglementen über Anreize für Private bis zu konkreten Planungsprinzipien wie der frühzeitigen Einbeziehung von Bodenfunktionen in Entwurfs- und Variantenbildung. Zwei Schweizer Beispiele zeigen, was bereits möglich ist: In Pully (VD) begrenzt der Indice de Pleine Terre den Versiegelungsgrad bei Neubauprojekten. In Chamblioux-Bertigny (FR) führte die frühzeitige Einbeziehung von Bodenqualität in einen Studienauftrag dazu, dass das neue Kantonsspital überwiegend auf bereits versiegelten Flächen gebaut wird.
Das Faktenblatt ist ein Ergebnis des Projekts «Lebendige Stadtböden» (2025–2028), mit dem wir Kleinstädte und Agglomerationsgemeinden dabei unterstützen, gesunde Böden zu erhalten, Flächen zu entsiegeln und Bodenfunktionen wiederherzustellen. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Schwammstadt (VSA) und Aufleben Natur. Weitere Ressourcen für Gemeinden und Planende finden sich unter bodenqualität.ch und sponge-city.info.