Unsere umfassende Analyse aus dem Projektjahr 2025 liefert erste Erkenntnisse und zeigt mögliche Handlungsfelder für vier Schlüsselthemen auf, die zuvor in einem Co-Creation-Workshop mit Expert:innen festgelegt wurden: Landwirtschaft, Wasser und Biodiversität, Boden als öffentliches Gut sowie Raumplanung. Zudem bestätigte sich, dass die vier Themenfelder eng miteinander verknüpft sind und entsprechend ganzheitlich betrachtet werden müssen.

  • Landwirtschaft: Das Wissen über bodenschonende Praktiken ist zwar oft vorhanden, scheitert in der Umsetzung aber vielfach an wirtschaftlichen Zwängen.
  • Wasser und Biodiversität: Ein klarer Rechtsrahmen und Konzepte wie die Schwammstadt bieten gute Anknüpfungspunkte – ein Ansatz, den wir auch im Projekt «Lebendige Stadtböden» verfolgen.
  • Boden als öffentliches Gut: Themen wie die Bodenrendite prägen die Nutzung von Böden stark, wodurch die Allgemeinheit oft zu kurz kommt.
  • Raumplanung: Die Bodenversiegelung bleibt die grösste Bedrohung. Gebremst wird ihre Eindämmung weniger durch fehlende Gesetze als durch unzureichende Ressourcen und mangelnde Priorisierung. Dies deckt sich auch mit den Erfahrungen aus unseren anderen Projekten, wie z.B. «Böden & Raum: Qualität als Grundlage der Planung» und «Böden & Raum: Einstieg in den BodenQI».

Nach gemeinsamer Projektentwicklung mit der Stiftung Volkart und der Paul Schiller Stiftung im Jahr 2024, sind wir nun 2025 offiziell mit unserm Projekt «Lebensgrundlage Boden» gestartet. Im ersten Projektjahr haben wir Wissen aufgebaut und eine ganzheitliche Strategie entwickelt. Die Basis dazu bildete eine umfassende Literaturanalyse und zehn Expert:inneninterviews zu den vier bereits im Vorfeld identifizierten Schlüsselthemen. Diese Arbeit wurde ergänzt durch eine Kartierung der Schlüsselakteur:innen nach Entscheidungsgewalt und Interesse an funktionalen Böden. Auf dieser Grundlage haben wir einen umfassenden strategischen Ansatz entwickelt, der die Zusammenhänge zwischen den Themen hervorhebt, anstatt sie isoliert zu behandeln.

Im zweiten Projektjahr soll nun eine Roadmap mit konkreten Massnahmen entstehen. Dazu sind im zweiten Halbjahr 2026 Roundtables mit Schlüsselpersonen geplant. Durch dieses Projekt rücken wir die Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage bei relevanten Anspruchsgruppen in der Schweiz stärker ins Bewusstsein und fördern koordinierte Anstrengungen verschiedener Akteur:innen, um die Funktionen unserer Böden besser erhalten zu können.