Erste Definition von «Pleine terre» im Schweizer Kontext
Die Waadt hat als erster Schweizer Kanton den Begriff «Pleine terre» im urbanen Umfeld definiert und damit eine weitere Grundlage für die Berücksichtigung von Bodenqualität in der Raumplanung geschaffen.

Das Besondere: Anders als es die deutsche Übersetzung «Freifläche» vermuten lässt, ist damit nicht nur eine Fläche gemeint, sondern die räumliche Dimension der Böden miteingeschlossen – und damit die Bodenqualität.
Denn Boden ist nicht gleich Boden – je nach Beschaffenheit kann ein Boden lebenswichtige Funktionen wie z. B. Bereitstellung von Nahrung, Filtern von Trinkwasser oder Grundlage von Biodiversität besser oder schlechter erfüllen. Im Zusammenhang mit städtischen Böden spielen vor allem die Reduktion von Wärmeinsel, die Bereitstellung von Biodiversität und die Wasserregelung eine entscheidende Rolle – alles Vorgänge, die nur dank gesunder Böden möglich werden.
Die Studie wurde im Rahmen des ersten Zieles des Aktionsplan Boden des Kanton Waadt erstellt. Sie schlägt eine Definition des Begriffs vor, der als Basis für Nutzungsvorschriften der Raumplanung dienen soll. Wir gratulieren zu dieser Pionierleistung und arbeiten an der Verbreitung dieses Ansatzes – und an einem adäquaten Begriff auf Deutsch.
Hintergrund: Die aktuelle Definition von Böden im Raumplanungs-Kontext birgt die Gefahr, auch Flächen, die kaum Boden-Funktionen erfüllen, als Böden zu bezeichnen.