Böden & Raum: Pilotprojekt der Région Morges kompakt zusammengestellt
Die Région Morges hat als erste Schweizer Region einen Bodenqualitätsindex für die Raumplanung entwickelt. Wir haben dieses Pilotprojekt begleitet und veröffentlichen nun eine Synthese in unserer neuen Serie «Planen mit Böden – Praxisbeispiele».

Die Région Morges steht unter starkem Urbanisierungsdruck: zehn Gemeinden, rund 41 000 Einwohnerinnen und Einwohner, 39,7 km². Angesichts der zunehmenden Versiegelung hat sie sich ein Ziel gesetzt: Bodenfunktionen erhalten, trotz lückenhafter Daten. Dazu musste ein Instrument entwickelt werden, das diese für die Raumplanung sichtbar macht: ein Bodenqualitätsindex.
Während des Pilotprojekts (2020–2024) entstanden GIS-Werkzeuge für drei Bodenfunktionen: Regulierung des Oberflächenabflusses, Biomasseproduktion und Biodiversität. Damit können Planende Bodenfunktionen in einem Perimeter lokalisieren, Szenarien simulieren und die Auswirkungen von Bauprojekten abschätzen, bevor Entscheide fallen. Die Karten sind über das Geoportal CartoJuraLéman öffentlich zugänglich.
Das Entscheidende
Die Werkzeuge funktionieren auch ohne vollständige Bodendaten. Und sie sind übertragbar – andere Gemeinden und Regionen können den Ansatz mit angepassten lokalen Daten übernehmen.
Das Praxisblatt ist das erste einer Serie, die wir im Rahmen unseres Projekts «Böden & Raum» erarbeiten. Darin dokumentieren wir erprobte Instrumente mit dem Ziel, Bodenqualität in der Raumplanung besser zu berücksichtigen.
Hintergrund
Die Schweiz verliert täglich allein durch Versiegelung wertvolle Böden. Die Bodenstrategie Schweiz (2020) setzt das Ziel, bis 2050 netto keinen Boden mehr zu verbrauchen. Die Raumplanung ist ein Schlüsselement – ihr fehlen aber nach wie vor praxistaugliche Instrumente, um Bodenqualität systematisch in Planungsentscheide einzubeziehen. Das Pilotprojekt zeigt: Der Bodenqualitätsindex eignet sich.