Schweizer Klimapolitik und Arbeitsmarkt
Ende März reichte Nationalrätin Barbara Gysi eine Interpellation ein, in der sie sieben konkrete Fragen zu den Folgen und Anforderungen für und an den Schweizer Arbeitsmarkt in Zusammenhang mit der Klimapolitik stellt – und damit auch unser Thema «Just Transition» adressiert.

In ihrem Text nimmt die SP-Politikerin Bezug auf die Antwort des Bundesrates zur Interpellation 25.4877. Christophe Clivaz hatte darin kurz vor Weihnachten 2025 das erste Mal Fragen des ökologischen Wandels mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. Der Bundesrat verwies in der Antwort darauf, dass die Dekarbonisierung sozialverträglich gestaltet werden solle und der Übergang wirtschaftlich tragbar. Auf konkrete Folgen und Massnahmen zu Kompensation ging er allerdings nicht ein. Die Interpellation von Gysi stellt deswegen konkret sieben Fragen und bittet vor dem Hintergrund der im September 2025 verabschiedeten Stossrichtung für die Klimapolitik nach 2030 um Beantwortung. Eine der Fragen betrifft die quantitativen Auswirkungen:
In welchen Branchen (über Bau- und Energiesektor hinaus) gehen Arbeitsplätze verloren bzw. werden neue Arbeitsplätze geschaffen?
Die parlamentarische Debatte verdeutlicht die Wichtigkeit, sozialökonomische Auswirkungen der Umweltpolitik in einem ersten Schritt besser zu erfassen und zu bewerten. Bereits letztes Jahr haben wir dies in den Ergebnissen unserer Grundlagenarbeit zu Just Transition unterstrichen. Aktuell arbeiten wir an einer Methode, die eine solche Erfassung ermöglicht. Parallel beschäftigen wir uns im Rahmen unseres neuen Projektes damit, einen Werkzeugkasten für Behörden zur Reduktion von Transformationsrisiken zu entwickeln.