Was die neue EU-Verordnung verlangt

Im Webinar wurde gezeigt, wie die PPWR Mehrweg verbindlich macht:

  • Sie führt verbindliche Mehrwegquoten für verschiedene Verpackungsarten mit Zieljahr 2030 ein: 40 % der Transportverpackungen im EU-Binnenhandel, 10 % der Getränkeverpackungen und 10 % der Sammelverpackungen. Das kann auch für Waren von Schweizer Unternehmen gelten.
  • Sie definiert, was als Mehrweg zählt: Verpackungen müssen für viele Umläufe konzipiert sein, Funktionalität beibehalten und Hygienestandards respektieren. Unternehmen müssen sich an einem Mehrwegsystem mit fairem Zugang und Rückgabeanreizen beteiligen. Wie viele Umläufe mindestens nötig sind, legt die EU bis Februar 2027 fest.

Warum Standards den Unterschied machen

Bisher gibt es keine einheitlichen Formate, Hygienevorgaben, Rücklogistik oder Rückverfolgung. Mehrwegsysteme bleiben dadurch zersplittert und teuer. Eine europäische Norm ist in Arbeit und ein Mehrweg-Label wird diskutiert. Wie Standardisierung wirkt, zeigte Fernando Rodríguez-Mata am Beispiel Frankreichs: Im Projekt «ReUse» von CITEO nutzen über 100 Marken, Händler und Dienstleister dieselben Behälter. Zwei Waschzentren reinigen sie, und über 450 Läden nehmen sie zurück. So wird Mehrweg effizienter und kostengünstiger.

Was wir daraus ableiten

Die Schweiz geht einen anderen Weg. Mit der Revision der Verpackungsverordnung vom Juni 2026 setzt der Bundesrat weiterhin hauptsächlich auf Recycling, statt die Wiederverwendung zu fördern. Schweizer Unternehmen, die in die EU liefern, müssen sich trotzdem auf die neuen Regeln einstellen. Einheitliche Standards können ihnen das erleichtern und Mehrweg in der Schweiz vorantreiben. Deshalb hat Swiss REuse die Standardisierung zum Schwerpunkt gemacht und lanciert dazu konkrete Aktionen.

Über Swiss REuse

Swiss REuse ist der Schweizer Mehrweg-Verband. Er setzt sich dafür ein, dass Mehrwegverpackungen in der Schweiz zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Selbstverständlichkeit werden. Dazu vernetzt der Verband Akteur:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und tritt für Rahmenbedingungen ein, die Mehrweg fördern. Wir führen die Geschäftsstelle und bringen unsere Erfahrung in Kreislaufwirtschaft und Advocacy ein.