Wenn Klimaanpassung die Miete erhöht

Im Zentrum des Gesprächs steht ein Widerspruch: Ausgerechnet Massnahmen, die das Stadtklima verbessern sollen, können für die Schwächsten zum Problem werden.

  • Ein neuer Park kühlt das Quartier. Er macht es aber auch attraktiver und treibt die Bodenpreise in die Höhe.
  • Eine energetische Sanierung senkt den CO₂-Ausstoss und macht Wohnungen hitzetauglicher. Danach steigt jedoch oft die Miete.

Hannah Widmer erforscht dieses Phänomen, die grüne Gentrifizierung, am Beispiel der Stadt Zürich.

Wer verliert, und wer entscheidet mit?

Johanna Huber ordnete das Phänomen aus Sicht der Just Transition ein. Die Schweizer Umweltpolitik setzt sich kaum damit auseinander, dass Bevölkerungsgruppen ungleich von ihren negativen Folgen betroffen sind und ungleich mitgestalten können. Jede Stadt, jede Region und jeder Sektor, die Umweltmassnahmen umsetzen, müssen sicherstellen, dass diese soziale Ungleichheiten nicht verstärken. Eine Just Transition soll deshalb auch grüne Gentrifizierung möglichst verhindern, damit alle von der Stadtentwicklung profitieren. Wer genau zu den Verlierer:innen gehört, lässt sich heute nicht systematisch bestimmen. Dafür fehlen die Methoden.

Unser Beitrag: Methoden und Instrumente

Im Podcast stellte Johanna Huber vor, wie wir hier ansetzen. Wir wollen die sozial-ökologische Transformation mit und für alle gestalten, besonders für die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Dafür

  • übertragen wir das Konzept «Just Transition» auf den Schweizer Kontext,
  • entwickeln wir eine Methode, die zeigt, wer besonders Klima- und Transformationsrisiken ausgesetzt ist,
  • sammeln wir Best-Practice-Beispiele in einer Toolbox für Behörden. Den Anstoss dazu gab eine Frage, die wir aus Verwaltungen hören: «Just Transition ja, aber wie setze ich das konkret um?»

Wer handeln muss

Zum Schluss ging es um die Frage, wer soziale Ungerechtigkeiten verhindern kann. Für Johanna Huber braucht es Politik und Behörden, die die Rahmenbedingungen schaffen. Private Akteur:innen können vorangehen und zeigen, dass es anders geht. Die Zivilgesellschaft macht auf Missstände aufmerksam und bringt innovative Lösungen ein.