Ein BodenQI bewertet, wie gut ein Boden bestimmte Funktionen erfüllt – etwa die Regulierung des Wasserhaushalts oder die Produktion von Nahrungsmitteln. Das Ergebnis wird meist auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet und auf einer Karte dargestellt. So können Planende schon früh erkennen, welche Böden in einem Gebiet besonders wertvoll sind, und dies bei der Interessenabwägung berücksichtigen.

Davon zu unterscheiden sind die Bodenindexpunkte: Sie verknüpfen den BodenQI mit der Fläche eines Grundstücks und bilden so ein Punktesystem, mit dem sich der Bodenverbrauch steuern lässt.

Wie verschieden «der» BodenQI berechnet wird, zeigt ein Vergleich: Stuttgart und Hessen aggregieren die Werte der einzelnen Bodenfunktionen zu einem Gesamtindex – allerdings mit jeweils sehr unterschiedlichen Methoden. Das Westschweizer Pilotprojekt in Région Morges hingegen verzichtet bewusst auf einen solchen Gesamtwert. Regulierung des Oberflächenabflusses, Produktion von Biomasse und Lebensraumfunktion erhalten dort je einen eigenen Index.

Unser Methodenblatt soll helfen, eine gemeinsame Sprache zu finden für alle, die mit diesem vielversprechenden Instrument arbeiten möchten. Denn wer den BodenQI in der Raumplanung nutzen will, muss zuerst verstehen, wofür er steht – und dass die Wahl der Methode das Ergebnis mitbestimmt.

In unserem Vorgängerprojekt «Bodenqualitätsindex» haben wir das Potential des Instruments in vier Pilotprojekten analysiert: Région Morges, Chamblioux-Bertigny, Witzwil und Kanton Waadt. Dabei hat sich gezeigt: Der Einstieg braucht mehr Unterstützung. Genau hier setzt unser aktuelles Projekt «Böden & Raum: Einstieg in den BodenQI» an.