Kanton Waadt: Chance für Kreislaufwirtschaft und Just Transition
Als Mitglied der Begleitgruppe des kantonalen Richtplans und des Waadtländer Klimaplans wurden wir eingeladen, an der laufenden Vernehmlassung zum Vorentwurf des Nachhaltigkeits- und Klimarahmengesetzes (LCDC) teilzunehmen.

Wir unterstützen die Stossrichtungen vollumfänglich, identifizieren jedoch zwei wesentliche Lücken:
- Das Fehlen der Kreislaufwirtschaft: Von der Waadtländer Bevölkerung 2025 in einer Volksabstimmung zur Verankerung ihrer Grundsätze in der Kantonsverfassung klar befürwortet, war die Kreislaufwirtschaft zudem Gegenstand einer kürzlichen Revision des Bundesumweltschutzgesetzes. Wie das Klima erfordert auch die Kreislaufwirtschaft querschnittliche Regelungen, die über die verschiedenen sektoralen Dimensionen hinausgehen – um Kohärenz und Koordination der zu ergreifenden Massnahmen zu gewährleisten. Ihr Fehlen im vorliegenden Entwurf ist für uns nicht nachvollziehbar.
- Ein Ansatz zum Klimawandel, der die sozialen Aspekte und die Gerechtigkeitsfrage mit einbezieht – obwohl diese im Waadtländer Klimaplan ausdrücklich erwähnt werden: Die gerechte Verteilung der Transitionskosten, die notwendige Begleitung der Bevölkerung – insbesondere der vulnerabelsten Gruppen – oder zumindest das Prinzip der sozialen Akzeptanz von Klimamassnahmen sollten im vorliegenden Entwurf verankert werden.
Unsere Stellungnahme enthält konkrete Formulierungs- und Instrumentenvorschläge, um Kreislaufwirtschaft und Just Transition besser zu integrieren. Eine solche Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder – als Pionier sollte der Kanton Waadt sie ergreifen.